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Tränen - Der weinende Primat

Alle Säugetiere haben Tränendrüsen - nur wenige können bei emotionaler Errgegung wirklich weinen. Aufgabe der Tränedrüsen bei Säugetieren ist es, das Auge feucht und sauber zu halten. Bei den Seevögel gibt es einen interessanten Unterschied im Vergleich zu Vögeln, die im Binnenland leben - Ihre Nasendrüsen im Kopf der Vögel sind größer und stärker ausgebildet. Im Jahre 1956 konnte die Funktion der Nasendrüsen geklärt werden: Sie scheiden nahezu reine Kochsalzlösung aus und sorgen mit dafür, daß Salz aus dem mit der Nahrung aufgenommenen Meerwasser auszuscheiden. Die Wasseraffen-Theorie geht davon aus, daß bei Meeressäugern die Tränendrüsen diese Funktion mit übernahmen. Unklar blieb dabei, warum Tränen nur bei emotionaler Gefühlslage fließen. Zumindest gibt es biochemische Unterschiede von "echten Tränen" und solchen, die nur beim Zwiebelschneiden entstehen: Dr. William Frey und Dr. Willkiam Tuason konnten andere Eiweisse nachweisen. Sie vermuteten, daß über die Tränen eine Ausleitung von Abfallprodukten erfolgt, die bei emotionalen Stress entstehen.

Da auch Kegelrobben und Seehund weinen, wenn sie beunruhigt, erschreckt oder aufgeregt sind, könnte es nach der Wasseraffen-Theorie eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Funktion der Salzausscheidung sein.
"In diesem Zusammenhang ist die Wassertheorie die einzige, die auch nur versucht hat diesen auffallenden Unterschied zwischen uns und allen anderen Primaten zu erklären." (KdO Seite 55). Wie beim Unterhautfett ist der Mensch der einzige Landsäuger mit dieses Besonderheit, die hingegen bei Wassertieren häufig zu beobachten ist.

Weitere Zitate aus "Kinder des Ozeans":

  • "Der Mensch ist der einzige weinende Primat. Ja, mit einer Ausnahme (der Elefant, der die gleiche evolutive Entwicklung Land-Wasser-Land durchlaufen hat) scheint er der einzige Landsäuger zu sein, der Tränen vergiesst." (Kinder des Ozeans, S. 49)
  • "Der Schimpanse zum Beispiel behält stets trockene Augen - aber nicht, weil er phlegmatisch wäre."..."Die Bandbreite seines Gefühlslebens ist beträchtlich, und er vermag Überraschung, Furcht, Ärger, Freude, Trauer und sogar Verzweiflung auszudrücken, wobei letztere durch heftiges Schluchzen bezeugt wird. Nur die Tränen fehlen."