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Dem Kohlenstoff im Erdmantel auf der Schliche

Tübinger Forscher: Besseres Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufs

Tübingen (pte, 25. Juli 2003 12:25) - Geowissenschaftler der Universität von Tübingen haben neue Erkenntnisse über die Speicherung von Kohlenstoff im Erdmantel gewonnen. Demnach sind große Mengen an Kohlenstoff im Erdmantel in Form von Kalk gebunden, berichten die Experten in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature http://www.nature.com . Die Forschungsergebnisse tragen zum besseren Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufs bei.

"Es ist bekannt, dass im Erdmantel riesige Mengen Kohlenstoff gespeichert sind, viele Zehnerpotenzen mehr als in der Erdatmosphäre, den Ozeanen und der äußeren Erdkruste zusammengenommen", so Studienleiter Hans Keppler vom Institut für Geowissenschaften und Experte für Mineralogie und Geodynamik http://www.uni-tuebingen.de/geo/ifg . Unklar war den Forschern bisher wie dieser Kohlenstoff im Erdmantel gespeichert wird. Bisher sind die Forscher davon ausgegangen, dass der Kohlenstoff in Silikaten gespeichert wurde. "In Gesteinsbruchstücken, so genannten Xenolithen, die bei Vulkanausbrüchen aus dem Erdmantel an die Oberfläche transportiert wurden, sind winzige Einschlüsse mit Kohlendioxid zu finden. Daher rührt diese Annahme", so Keppler zu pressetext.austria. Dem Tübinger Forscherteam ist gemeinsam mit einem Wissenschaftler des Geoforschungszentrums Potsdam der Nachweis gelungen, dass diese Annahme unrichtig ist. "In Olivin, einem Silikatmineral und Hauptbestandteil des oberen Erdmantels, ist Kohlenstoff auch bei sehr hohem Druck nur in außerordentlich geringer Menge enthalten", erklärt Keppler.

"Der größte Teil des Kohlenstoffs im Erdmantel muss daher in Form von Karbonaten vorliegen", führt Keppler aus. Wenn der Kohlenstoff des Erdmantels in Olivin gelöst wäre, könne er bei normalen Schmelzprozessen in der Erde nicht so leicht an die Oberfläche gelangen, meint Keppler. Bei Kohlenstoff ist es bekannt, dass er leicht mobilisiert werden kann, wenn er in Form von Karbonaten vorliegt. Schwere Vulkanausbrüche, die einen Karbonat-haltigen Speicher im Erdmantel berühren, könnten daher schnell riesige Mengen Kohlendioxid in die Erdatmosphäre transportieren. "In der Erdgeschichte gibt es zahlreiche globale Aussterbeereignisse, die praktisch genau zeitgleich sind mit gigantischen Flutbasalteruptionen", erklärt Keppler. Dazu gehört auch das große Aussterben am Ende des Erdaltertums vor etwa 250 Mio. Jahren, welches genau zur gleichen Zeit erfolgte wie die Eruption der Sibirischen Flutbasalte. "Für ein etwas schwächeres Aussterbeereignis an der Trias-Jura-Grenze vor etwa 200 Mio. Jahren gibt es direkte Hinweise auf einen schlagartigen Anstieg des atmosphärischen Kohlendioxidgehaltes", so Keppler. Untersuchungen an fossilen Gingkoblättern haben dies bestätigt. (Ende)

Aussender: pressetext.austria

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