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EU verbietet 65 giftige Stoffe - Greenpeace kritisiert Versagen der Selbstkontrolle der Chemieindustrie

Hamburg (pte, 27. Juni 2003 15:25) - In der EU ist ein Verkaufsverbot für 65 gesundheitsgefährdende Stoffe in Kraft getreten.

Das Verbot gilt Substanzen und Zubereitungen, die Krebs erzeugen, das menschliche Erbgut verändern oder die Fortpflanzung gefährden können. Dadurch soll der Gesundheits- und Verbraucherschutz verbessert sowie die Chemikaliensicherheit erhöht werden, berichtet das deutsche Umweltministerium http://www.umweltministerium.de . Die Umweltorganisation Greenpeace http://www.greenpeace.de kritisiert hingegen die mangelnde Selbstkontrolle der Industrie. Viele gefährliche Stoffe blieben weiterhin am Markt, heißt es.

Zu den von der EU verbotenen Stoffen zählen u.a. einige Azofarbstoffe, die in Spezialfarben, Druckfarben und Lacken vorkommen, bestimmte Weichmacher sowie gesundheitsgefährdende Komponenten in Klebstoffen. Die Abgabe an gewerbliche Verbraucher, die eine sichere Verwendung dieser Chemikalien gewährleisten, ist aber weiterhin zulässig. Vom Verbot ausgenommen sind derzeit auch noch Erzeugnisse, die diese gefährlichen Stoffe enthalten.

Die heftige Kritik der Umweltorganisation folgt Untersuchungen von zehn typischen Industriechemikalien wie zum Beispiel Weichmachern aus PVC-Böden, bromierten Flammschutzmitteln aus Computern, Moschusverbindungen aus Duftstoffen, Nonylphenol aus Reinigern und Pestiziden. Die Studie belegt, dass die gefährlichen Chemikalien massiv die Umwelt belasten und in direktem Kontakt mit dem Verbraucher kommen. Knapp zwei Drittel der Chemikalien werden in täglichen Konsumprodukten eingesetzt und können so über Haut, Lunge oder die Nahrung aufgenommen werden. Alle untersuchten Stoffe reichern sich auch in der Nahrungskette an. Mindestens sechs wurden sogar als Rückstände in der menschlichen Muttermilch nachgewiesen. Alle zehn untersuchten Chemikalien sind nur mangelhaft auf ihre Giftwirkungen untersucht. Bei der Hälfte der Chemikalien sind die Abbauprodukte noch giftiger als die Ausgangsstoffe. Kritisiert wird auch, dass keiner der Stoffe gesetzlichen Einschränkungen bei der Produktion oder Vermarktung unterliegt. Hersteller der giftigen Stoffe sind führende Chemiekonzerne wie Bayer, BP, Elf Atochem, Aventis, BASF und Dow. (Ende)

Aussender: pressetext.austria

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